Häufige Fragen

Wenn wir Menschen spüren, dass das Leben endlich ist, wenn Ängste und Sorgen mehr und die Hoffnung, dass alles wieder gut wird, brüchig wird, dann kommen oft viele Fragen auf.

Was ist Hospizarbeit?

Der Begriff Hospiz (hospitium = lat. Herberge) steht symbolisch für das Ziel, Orte und Räume zu schaffen, in denen die Bedürfnisse von schwer kranken und sterbenden Menschen Rechnung getragen wird, wo sie sich in ihrem Tempo und mit ihren Wünschen und Möglichkeiten vom Leben verabschieden können.
Leben bis zuletzt, ganzheitlich, weitgehend schmerzfrei und selbstbestimmt.

Der Hospizgedanke steht für ein Sterben, das nicht in einem einzelnen Zimmer stattfindet, sondern möglichst in vertrauter Umgebung, begleitet und umgeben von Familie, Freunden und zugewandten Menschen.
Das kann gelingen, wenn sowohl der betroffene Patient als auch seine Angehörigen und Freunde mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen werden. Sie brauchen alle gleichermaßen Wahrhaftigkeit und Fürsorge.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit der Ambulanten Hospizgruppe in Kontakt zu treten?

Der richtige Zeitpunkt ist dann:

  • wenn Sie wissen, dass ein naher Angehöriger, Partner, Freund, Nachbar sterben wird, und Sie Fragen haben und/oder sich konkrete Unterstützung wünschen.
  • wenn Sie das Gefühl haben, dass sich etwas verändert, er oder sie nicht mehr essen und trinken mag, sehr viel mehr schläft, und Sie Fragen haben und/oder sich konkrete Unterstützung wünschen.
  • wenn Sie mehr zum Thema Sterben, Tod und Trauer wissen möchten.

Kostet die Begleitung durch die Ambulante Hospizgruppe etwas?

Nein. Sie ist für die Patienten und deren Angehörigen kostenfrei.
Unsere Hospizbegleiter arbeiten alle ehrenamtlich.
Die Kosten, die bei unserer Arbeit für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit anfallen, werden durch Spenden und die gesetzliche Förderung der Krankenkassen gedeckt.

Wie kann die Begleitung aussehen?

Die Betreuung eines Sterbenden und seiner Angehörigen ist sehr unterschiedlich und hängt ganz von den jeweiligen Wünschen, Bedürfnissen und Möglichkeiten des besuchten Menschen ab.
Sie kann in der schweigenden zugewandten Anwesenheit bestehen. Vorlesen, singen, erinnern, beten, kurze oder lange Gespräche oder auch kleine Hilfen im Alltag.
Vielleicht sind ja auch noch kleine Spaziergänge möglich ….

Die Begleitung kann auch darin bestehen, dass durch unser Dasein Angehörigen die Möglichkeit haben, sich einmal zurückzuziehen, um wieder Kraft zu schöpfen.

Die Häufigkeit und die Art der Besuche werden individuell abgesprochen und hängen von den Wünschen der Betroffenen und den Möglichkeiten der Hospizbegleiter und -begleiterinnen ab.

Es sind auch Sitzwachen in der Nacht nach Absprachen möglich.

Alle Mitarbeiter unserer Gruppe unterliegen der Schweigepflicht!

Wie lange begleitet die Ambulante Hospizgruppe einen Sterbenden?

Begleitungen sind so unterschiedlich wie die Menschen, die wir begleiten. Unser Einsatz orientiert sich an den Bedürfnissen der Sterbenden, ihrer Angehörigen sowie unseren Möglichkeiten. Die Begleitung kann über Monate gehen oder nur einige Stunden dauern.

Welche Unterstützung und Hilfe kann ich als Angehöriger bekommen?

Beratung und Gespräche über Fragen, Ängste und Sorgen:

* Was kann ich noch tun, wenn es nichts mehr zu tun gibt?
* Wie viel Schmerz muss ein Mensch aushalten können?
* Mache ich alles richtig und übersehe auch nichts?
* Was mache ich, wenn mein Angehöriger stirbt?
* Fachliche Beratung zu Fragen, z.B. Essen und Trinken am Lebensende.
* Sowie Informationen über weiter Hilfen und Untersützungsmöglichkeiten, z.B. Nachbarschaftshilfe, Pflegedienste, Clinic Home Interface – CHI …

Für wen ist die Ambulante Hospizgruppe da?

Die Aufgabe der Hospizgruppe ist es, Schwerkranke und Sterbenden zu begleiten und ihnen die letzte Phase ihres Lebens zu erleichtern. Das Angebot richtet sich deshalb an alle Menschen, die sich in dieser letzten Lebensphase befinden und denen es gut tut, wenn jemand bei ihnen ist. Die Hospizgruppe ist auch für die Angehörigen da, um sie zu entlasten und zu begleiten.


Wie setzt sich die Gruppe der Hospizbegleiterinnen und -begleiter zusammen?

Wir sind eine Gruppe von derzeit rund 30 Frauen und Männern  im Alter zwischen 30 und 75 Jahren. Wir kommen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen und Berufen. Manche sind berufstätig, manche sind pensioniert, manche sind zu Hause tätig.
Wir treffen uns regelmäßig in der Gruppe mit wechselndem Programm. So halten wir Kontakt, unterstützen uns gegenseitig, besprechen Organisatorisches oder nutzen die Begegnungen für Vorträge und gemeinsame Unternehmungen.


Welche Rolle spielen religiöse Einstellungen?

Weltanschauung, Religionszugehörigkeit, nationale Herkunft oder politische Einstellung spielen für eine Begleitung keine Rolle. Wir begegnen den Menschen mit Offenheit und Respekt, Wertschätzung und Herzenswärme.


Wie entsteht der Kontakt zur Hospizgruppe?

Über das Hospiztelefon 0170/49 33 294  oder 0751 /95 12 99 00  oder über unsere E-Mail-Kontaktdaten.
Sollten Sie uns nicht gleich erreichen, rufen wir sobald als möglich zurück.

Es sind Angehörige, Freunde, Mitarbeiter von Pflegeheimen, Krankenhäusern, Pflegedienste und Sozialstationen oder Clinic Home, die sich an die Ambulante Hospizgruppe wenden.